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Heterogen lernen - Schweiz
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20.12.2015

Schulentwicklung sichtbar gemacht


Schulentwicklung ist seit Jahren ein zentrales Thema unserer Arbeitsgemeinschaft. Die Kooperationen der einzelnen Schulstandorte hat sich bei Fortbildungen, bei der Erstellung eines gemeinsamen Leitbildes und auch beim Forschungsprojekt "Schule im alpinen Raum" sehr bewährt. Für die standortspezifische Umsetzung im Rahmen eines Schulprogramms bzw. -konzepts trägt die Schulleitung vor Ort Verantwortung, was auch ein wesentliches Qualitätsmerkmal der Schulentwicklung darstellt. 

Der Prozess der Schulentwicklung hat an jeder einzelnen Schule das Ziel, die Qualität der Schule und des dort erteilten Unterrichts zu verbessern. Schlussendlich gewährleisten wir, dass alle Betroffenen – Schüler, Lehrer und Eltern – davon profitieren. Durch die Entwicklung eines standortspezifischen Schulprogramms zur individuellen Förderung jedes Kindes setzen wir auch auf Kontinuität und  Verlässlichkeit.

Wie kann Unterricht gelingen?


(Aus: GEO, Mai 2013)

Bildungsforscher vieler Länder sind dabei, Komponenten des Lernprozesses wissenschaftlich zu untersuchen. Es sollen dann Rückschlüsse auf die Pädagogik geschlossen werden.


Ausgangslage - zentrale Fragen:

  • Kann man Lern-/ bzw. Lehrmethoden auf ihre Wirksamkeit testen?
  • Gibt es beim Lernen Verständnisstufen, die jede/r Schüler/in durchläuft?
  • Lässt sich etwas so komplexes wie das Lernen systematisch verbessern?

Weniger entscheidend für den Lernerfolg:

  • Klassengröße
  • Verlängerung der Grundstufe
  • Strukturreformen
  • Lehrpläne

Fazit:

Schlussendlich zählt für den einzelnen Schüler, was in den Klassenräumen konkret geschieht. Ob ein Lehrer eher introvertiert oder lautstark, zugewandt oder distanziert ist, hat kaum einen messbaren Einfluss auf die Leistungen der Schüler, ganz gleich, wer an der Tafel steht. Für die Schüler ändert sich erst dann etwas, wenn sich der Unterricht ändert.

Wie sieht denn guter Unterricht aus?


Bei den Untersuchungen stützt sich Gerhard Roth auf die Erkenntnisse der Hirnforschung: Der Kopf benötigt vielfältige Zugänge zu einem Thema, um es sich möglichst gut einzuprägen und es sicher zu behalten. Vor allem muss der Lernende das Wissen regelmäßig wieder aktivieren, um es verlässlich zu speichern.
Ob Schüler bei einem Lehrer viel oder wenig lernen, lässt sich aus der bloßen Beobachtung des Unterrichts nicht erschließen. Warum?

  • Im Unterricht geschehen tausend Dinge gleichzeitig. Es geht niemals nur um den Stoff, sondern auch um so schwer fassbare Angelegenheiten wie Sozialklima, wie Anti- bzw. Sympathien oder wie Vertrauen.
  • Im Unterricht können kleinste Ursachen große Wirkungen haben. Nicht immer ist ein anschauliches Beispiel besser als eine abstrakte Einleitung, weil bei manchen Themen die Schüler abgelenkt werden von den konkreten Details.

Es gibt kein einfaches Rezept, wie Unterricht verbessert werden kann. Es geht schlussendlich um das beharrliche Verbessern des Vorhandenen (Bewährten) - um Weiterentwicklung. Man sollte sich auch in der Rolle des Lernenden sehen.

Unterricht in jahrgangsgemischten Lerngruppen


In der aktuellen fachdidaktischen Literatur wird immer wieder herausgestellt, dass Heterogenität nicht als Hindernis, sondern vielmehr als Chance für ein gemeinsames und doch individuelles, entdeckendes und intensives Lernen verstanden werden sollte. Selbstverständlich ist die Heterogenität in jahrgangsgemischten Klassen noch weitaus größer als in jahrgangshomogenen Klassen. 

Es stellt sich die Frage, ob sich daraus auch noch größere Chancen innerhalb solcher Lerngruppen ergeben können und wie man diese gegebenenfalls nutzen kann.

Kinder sind zwar individuell, denken aber nicht sonderlich individuell. Kinder durchlaufen immer wiederkehrende Denkmuster – nicht alle Schüler im selben Alter und auch nicht alle in derselben Reihenfolge, aber doch typisch genug, dass Lehrer daran erkennen können, an welchem Punkt des Lernprozesses das jeweilige Kind gerade steht. Die Klasse teilt sich somit in „Verständnisgruppen“ ein. Aus der Herkulesaufgabe „Individualisierung“ (maßgeschneiderte Betreuung jedes einzelnen Kindes) wird die lösbare Anforderung, (maximal 3) Lerngruppen zu organisieren.

  • Orientierung am Vorwissen der Schüler und Lerntypen (Verständnis-probleme und Lernschwierigkeiten analysieren)
  • „Kognitive Aktivierung“ (Kinder denken über Lösungen nach - Kinder brauchen Zeit, um Gedanken zu ordnen – Warten auf die Schülerantwort)
  • geeignete Materialien zur Verfügung stellen: Schülerbücher sind zwar von Didaktikern entwickelt, werden aber nie auf ihre Lernwirksamkeit überprüft. Auch das beste Material kann einen guten Unterricht nicht erzwingen.
  • Unterrichtsmethode variieren (Stand der Forschung: Die einzig selig machende, immer geeignete Lehrmethode gibt es nicht.)

Lehrer sollten über eine gewisse Methodenkompetenz verfügen, um abwägen zu können, wann es sinnvoll ist, eine offene Unterrichtsphase, Stationsbetrieb, Lernparcours oder Frontalunterricht zu organisieren. Viele Schüler sind mit Selbststeuerung überfordert und werden „benachteiligt“.


Zauberformel: schülerzentriert, aber lehrergesteuert!


 

 

 

Eine wertvolle Handreichung für Pädagogen/innen, die in jahrgangsgemischten Lerngruppen arbeiten, ist das Buch "Unterricht in jahrgangskombinierten Klassenverbänden". 

"Lerndiagnostik" als Grundkompetenz der Pädagogen/innen


Die Lehrer sollten bemüht sein, die SchülerInnen genauer und facettenreicher zu sehen. Damit ist auch gewährleistet, dass die Schüler gezielter unterstützt werden können.

Untersuchungen ergaben: Pädagogen/innen, die versuchten, die Schüler genauer mittels Lernstandsanalyse zu beobachten, begannen intensiver damit, neue Formen auszuprobieren. In der Regel sahen sie nach kurzer Zeit (3-4 Monate), wie die Schülerleistungen stiegen, Lärmpegel und Disziplinprobleme aber sanken.

Lehrer sollten schon in der Ausbildung die „Lerndiagnostische Kompetenz“ als Schlüsselkompetenz“ vermittelt bekommen und als zentrales Element ihrer pädagogischen Tätigkeit trainieren. Die Lehrer sollten aber auch fortwährende Unterstützung bekommen. Erprobte Lehrmaterialien sollten zur Verfügung gestellt werden, sodass die PädagogInnen eine zielführende Antwort auf jede Lernschwierigkeit haben.

 

Methode (als Variante):

„Lerndiagnostisches Interview“ (Durch gezielte Fragen und Beobachtungen entsteht ein Röntgenbild der Lernentwicklung des Kindes und gibt Aufschluss über das Denken des Kindes.)

Kooperationen in Verbünden


Dieser Bereich ist in Arbeit.

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28. Februar 2016